Berlinski Sbornig

Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Ms. slav. Wuk 48, um 1300
Ausstattung:
Graz 1988. Vollständige Studien-Ausgabe der 276 Seiten (138 Blatt) des Ms. slav. Wuk 48 im Originalformat (195 x 140 mm). Wiedergabe in Schwarz-Weiß. 3 Seiten mit kolorierten Kopfornamenten in Farbe.
Wissenschaftlicher Kommentar:
H. Miklas, Freiburg/Breisgau.
Anhang: 81 Seiten Faksimile der Ergänzungshandschrift Ms. 42 der Sammlung Gil’ferding, Staatliche Öffentliche Bibliothek „Saltykov-Scedrin“, St. Petersburg, mit 8 Seiten Ergänzungen. Wissenschaftliche Beschreibung: V. M. Zagrebin, Leningrad. Entstehungszeit der Handschrift: Ende 16. Jh. Einband: Leinen.
Auf Anfrage

Anders als das im selben Verlag erschienene und der gleichen Epoche angehörende Mihanovic-Homiliar vereinigt der nach seinem Aufenthaltsort benannte Sammelcodex (Sbornik) neben Übersetzungen griechischer Texte auch genuin slawische Schriften und elementar-kompilative Kompositionen von gewisser Eigenständigkeit.

Ihre Gesamtauswahl reicht vom offiziellen, homiletisch-hagiographischen Bereich über kirchenrechtliche und apophthegmatische Stücke geringerer Autorität bis hin zum apokryphen und halbapokryphen Schrifttum mit eschatologischer oder prognostischer Thematik. Gesondert hervorzuheben sind daneben u.a. die bekannte, den Körper-Seele-Streit versinnbildlichende Parabel von dem Blinden und dem Lahmen, ein Hymnus auf die hl. Paraskeue-Petka sowie die mittelbulgarische Bearbeitung des Chrabr-Traktats über die konstantinische Erschaffung des slawischen Alphabets.

Damit gehört dieses auch aus sprachwissenschaftlicher Sicht höchst bedeutsame Denkmal trotz seines unvollständigen Erhaltungszustands zu den reichsten und wichtigsten Quellen der mittelalterlichen slawischen Literatur, das den Slawisten in gleicher Weise zu interessieren vermag wie den Byzantinisten, Patristiker und den kanonistisch orientierten Theologen.

Im vorliegenden Band wird nicht nur zum ersten Mal der Berlinski Sbornik in seinem heutigen Gesamtumfang veröffentlicht; durch das freundliche Entgegenkommen der Gosudarstvennaja Publicnaja Biblioteka im M. E. Saltykova-Scedrina konnten vielmehr auch alle jene Teile mitaufgenommen werden, die mit Sicherheit zum ursprünglichen Bestand des Berlinski Sbornik gehörten und sich in seiner Leningrader Abschrift erhalten haben.