Der Codex Borbonicus

Paris, Bibliothèque de l´Assemblée Nationale, vorkolumbisch
Ausstattung:
Graz 1974. Vollständige farbige Faksimile-Ausgabe der alten aztekischen Bilderhandschrift im Besitz der Bibliothèque de l’Assemblée Nationale, Paris; Format: 390 x 400 mm (Originalformat). 38 Farbseiten in Leporello-Faltung.

Kommentar:
K. A. Nowotny, Köln (in deutscher Sprache), kodikologische Beschreibung von J. de Durand-Forest, Paris (in französischer Sprache); Zusammenfassungen in Englisch, Französisch und Spanisch. 40 Seiten.
Kommentarheft und Faksimileteil in Halbleder-Kassette.
Auf Anfrage

Der Codex Borbonicus ist eines der interessantesten Dokumente über das vorspanische Mexiko aus dem 16. Jh. Diese großformatige Bilderhandschrift bringt viele sonst nirgends überlieferte Nachrichten. Dass sie darüber hinaus noch Rätsel aufgibt, die bisher nicht gelöst sind, macht sie nur noch interessanter.
Der Stil der Bilderhandschrift ist jener des Hochtales von Mexico zur Zeit vor der Eroberung durch die Spanier. Die Ausstattung der aztekischen Handschriften dieser Spätzeit muss eine ungemein prächtige gewesen sein. Zur Beurteilung dieses Stils ist man auf Kopien der Kolonialzeit angewiesen, da in diesem vor allen anderen exponierten Gebiet kein Original erhalten blieb. Der Codex Borbonicus ist eine Kopie einer vorspanischen Bilderhandschrift aus der frühen Kolonialzeit.
Der Wert des Codex als Quelle der Mexikanistik wird durch die Tatsache unterstrichen, dass es sich bei ihm um die einzige von europäischen Einflüssen nahezu unberührte Bilderhandschrift kalendarischen Inhalts handelt, die mit Sicherheit aus dem engeren Einflussbereich der aztekischen Hauptstadt Tenochtitlan stammt.