Der Codex Vaticanus A (3738)

Rom, Bibliotheca Apostolica Vaticana, um 1580
Ausstattung:
Graz 1979. Farbige Studienausgabe der Handschrift aus dem Besitz der Bibliotèca Apostolica Vaticana, auf 7/10 der Originalgröße (d.h. 340 x 260 mm) verkleinert. Miniaturen mit italienischem Text. Halblederband.
Einführung: Akademische Druck- u. Verlagsanstalt. 14 Seiten und 192 Tafeln.
Auf Anfrage

Die Handschrift ist zwischen 1570 und 1589 entstanden, und zwar entweder im Hochland von Mexiko selbst oder bereits in Italien, in diesem Fall ähnlich wie der in Paris befindliche Codex Telleriano Remensis als Kopie einer gemeinsamen Originalvorlage, die Robert H. Barlow als "Codex Huitzilopochtli" bezeichnet hat.

Während Codex Telleriano Remensis verschiedene Schreiberhände aufweist, ist Codex Vaticanus 3738 in einem einheitlichen Stil abgefasst; nur er enthält die kosmogonisch-mythologischen und ethnographischen Abschnitte der hypothetischen Sammelhandschrift, welche die Vorlage darstellte, und sie bilden zweifellos den größten Wert der Handschrift. Als Autor des italienischen Textes der im Original 101 Folien europäischen Papieres umfassenden Handschrift wird der anderweitig kaum bekannte Dominikaner Pedro de los Ríos genannt, auf den die Bezeichnung CODEX RÍOS zurückgeht.

Da es sich nicht um ein vorkolumbisches Dokument handelt, von dem eine der Definition einer Faksimile-Reproduktion bis ins letzte Detail entsprechende Nachbildung des Originals bedeutsam gewesen wäre, musste das übergroße Format (ca. 46,5 x 29,5 cm - die Folios sind nicht alle gleich groß) der Handschrift zur Vermeidung allzu hoher Kosten auf sieben Zehntel der Originalgröße reduziert werden.