Ludwig van Beethoven – Violinkonzert (Luxus-Ausgabe)

Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Mus. Hs. 17.538, Wien, 1806
Ausstattung:
Entstehungszeit der Handschrift: Wien, 1806
Graz 1979. Vollständige Faksimile-Ausgabe im Originalformat 333 x 235 mm der Handschrift Mus. Hs. 17.538 aus dem Besitz der Österreichischen Nationalbibliothek. Umfang: 130 Blatt (260 Seiten). Hg. und kommentiert von F. Grasberger. Mit einem Vorwort von W. Schneiderhan.

Luxusausgabe:
Der Druck erfolgte auf feinstem Büttenpapier, die einzelnen  Blätter sind dem Original entsprechend randbeschnitten. Ledereinband mit Goldprägung.
Kommentarband in Leinen. Die Luxusausgabe enthält außerdem noch eine Schallplattenaufnahme des Violinkonzertes (W. Schneiderhan, Berliner Philharmoniker, E. Jochum) und die Partitur aus der neuen Beethoven Gesamtausgabe (Beethoven Werke, hg. v. Beethoven-Archiv Bonn unter Leitung von Joseph Schmidt-Görg; Sonderdruck aus Abt. III, Band 4, hg. v. Shin Augustinus Koijma. G. Henle Verlag, München). Faksimile, Kommentarband und moderne Partitur in einer Luxuskassette.

Limitierte Auflage: 250 handnumerierte Exemplare.
Auf Anfrage

Noch bevor die zerstörenden Kräfte verschiedener Umwelteinflüsse auch vom Beethoven-Violinkonzert Besitz ergriffen haben, konnte „in letzter Minute“ die Faksimilierung dieser Welthandschrift abgeschlossen werden. So liegt nun dieses Werk auch für die Nachwelt „konserviert“ vor, und zwar in einer bis heute nicht erreichten Qualität: Beethovens verschiedene – inzwischen streckenweise bereits bis zur Unleserlichkeit verblassten – Schreibstoffe (helle und dunkle Tinte, Bleistift- und Rötelstift sowie seine ungemein chaotischen Korrekturen) sind in höchst beeindruckender Qualität wiedergegeben – so, als ob der Meister eben seine Hand vom Papier gehoben hätte. Nur dieses Faksimile gewährleistet der Fachwelt auch einen Nachvollzug der Entstehungsgeschichte dieses Violinkonzertes – ohne die gefährdete Originalhandschrift heranzuziehen und zu strapazieren.


Rezension:
„Das Autograph von Beethovens Violinkonzert ist hauptsächlich mit einer Tinte geschrieben, die zu verblassen beginnt; zugleich ist es eines der interessantesten Beethoven-Autographe, da es nicht nur die üblichen Korrekturen bei und nach der Niederschrift zeigt, sondern auch die ersten Stufen der Revisionen der Violinstimme und Skizzen zu einer Umarbeitung zu einer Klavierstimme. Beides zusammen ist gewiß ein ausreichendes Argument dafür, die Faksimilereihe gerade mit diesem Autograph zu beginnen.
Die blassen Farben der hauptsächlich benutzten Tinte, mattbraun auf gelblichem Papier, und die späteren Eintragungen mit kräftigeren Tinten, mit Rötel und mit Bleistift bilden zudem so etwas wie eine Herausforderung an die Technik des Faksimiledruckes. Der Grazer Verlag, der seit langem auf komplizierte Faksimilierungs-Aufgaben spezialisiert ist, zeigt sich dieser Herausforderung gewachsen: Das Faksimile reproduziert die Oberfläche des Autographs bis in die zartesten Schattierungen hinein mit solcher ,Naturtreue‘, dass man noch die Bleistiftskizzen für wirklich mit Bleistift geschrieben halten könnte. …
Der Kommentar … ist von lobens- und nachahmenswerter Ausführlichkeit: Er gibt Auskunft über die Entstehung dieses Werkes, seine Form und seinen Charakter, die Uraufführung … Widmung und Widmungsträger, die Erstausgabe und die problemreiche Umarbeitung zum Klavierkonzert mit ihren Kadenzen und Eingängen. Die physische Beschreibung der Handschrift enthält eine genaue Aufstellung der originalen Lagen, so dass auch in diesem Punkt das Original entbehrlich wird …“
(LUDWIG FINSCHER, in: Musica, Mai/Juni 1980, S. 304)