Der Portolan-Atlas des Battista Agnese

St. Petersburg, Russische Nationalbibliothek, Venedig, 1546
Ausstattung:
Coedition mit Desertina Verlag, Disentis.
Entstehungszeit des Atlas: 1546, Venedig.
Faksimile:
Graz 1993. Vollständige Faksimile-Ausgabe der 40 Seiten (davon 13 doppelseitige Karten, die in einem für Agnese typischen Verfahren Rückseite an Rückseite kaschiert werden) im Originalformat von 425 x 287 mm. Einband: Leder mit Blind- und Goldprägung.

Kommentarband:
Wissenschaftliche Kommentierung von Tamara P. Worona, St. Petersburg, redaktionell bearbeitet von Arthur Dürst, Zürich. 48 Seiten.

Limitierte Auflage: 700 handnumerierte Exemplare im deutschen Sprachraum.
Auf Anfrage

Der Atlas des Battista Agnese von 1546 ist einer von etwa 30 handsignierten Werken aus der Feder des Meisters, er repräsentiert die damals aktuellen Kenntnisse der Erdkunde. Zusammengefaßt wird die Darstellung der Welt durch eine Gesamtkarte in ovaler Projektion, die die Route der Weltumsegelung des Maghellan zeigt.
Nach der zeitlichen Gliederung des Agnese-Œuvres gehört der Atlas zur sogenannten „postkalifornischen Gruppe“, die alle seine Werke von 1542–1552 umfaßt und in denen das damals legendäre Kalifornien bereits als Halbinsel dargestellt wird.

Zum Inhalt zählen weiters eine Tafel der Sonnendeklination und eine Armillarsphäre, ein Zodiakal-Kalender sowie zwei Seiten Text mit astronomischen Angaben.
Wie alle Arbeiten aus der Werkstatt Agneses ist auch der Atlas von 1546 als Luxus-Objekt gestaltet worden, das von hochrangigen und wohlhabenden Personen als Sammlerstück oder prestigereiches Geschenk bestellt wurde. Agnese gilt als einer der produktivsten Kartenhersteller des 16. Jh.s. Genuese von Geburt, unterhielt er in Venedig ein Zeichenatelier. Unter seiner Feder entstanden insgesamt etwa 80 bis 100 See-Atlanten, die zu navigatorischen Zwecken eher ungeeignet, jedoch in der Tradition der Portolane und der entsprechenden Karten gestaltet waren. Aus heutiger Sicht stellen die Atlanten Agneses einen Fundus wertvoller historischer Sachkenntnisse dar und zeigen zahlreiche Neuentdeckungen: Offenbar war Agnese der erste, der die Entdeckungen des F. de Ulloa, eines Abgesandten Hernando Cortez’, auf Karten festhielt.