Wolfram von Eschenbach: Willehalm

Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod. Vindob. 2670, Westdeutschland, um 1320
Ausstattung:
Entstehungszeit des Codex: um 1320, Westdeutschland.
Faksimile:
Graz 1974. Vollständige farbige Faksimile-Ausgabe der 702 Seiten (351 Blatt) der Handschrift, die auch die Vorgeschichte des Ulrich von dem Türlin und die Fortsetzung des Ulrich von Türheim enthält. Wiedergabe im Orignalformat 310 x 220  mm. 117 Miniaturen im Text in wechselnder Größe, 15 große Initialen. Einband: Leder, dem Charakter der Handschrift entsprechend. Alle Blätter wurden dem Original entsprechend randbeschnitten.

Kommentarband:
Graz 1974. Wissenschaftliche Bearbeitung von H. Heger, Wien, 70 Seiten und 4  Falttafeln. Halbleder.
Auf Anfrage

Erhältlich als Band 14 der Reihe Glanzlichter der Buchkunst

Dieses wohl berühmteste höfische Epos des Mittelalters zählt zu den meistgelesenen Dichtungen der Geschichte. Es wurde zu Beginn des 13. Jh.s von Wolfram von Eschenbach (1170–1220), dem wohl bedeutendsten Vertreter mittelhochdeutscher Epik, verfasst. Obwohl über sein Leben nur sehr wenig bekannt ist, gilt es doch als sicher, dass er dem Adelsstand angehörte. Seine herausragenden literarischen Werke inspirierten viele Literaten der folgenden Jahrhunderte.

 

 

Der Willehalm – ein höfisches Epos

Als Vorlage für sein berühmtes Werk diente Wolfram eine französische Chanson de Geste aus dem 12. Jh. Der historisch gesicherte Wilhelm von Orange – Willehalm – hielt 793 nach vorangegangener Niederlage bei Narbonne und Carcassonne die Sarazenen auf.
Willehalm verteidigt seine Gemahlin Gyburc, die getaufte Tochter des Heidenkönigs Terramer, gegen das zu ihrer Befreiung angerückte Heidenheer; sie hatte Willehalm zuvor aus der Gefangenschaft befreit und war ihm in seine Heimat gefolgt. In der ersten Schlacht unterliegen die Christen. In den Vordergrund rückt dann die Gestalt des jungen Rennewart, des Bruders von Gyburc. Er tritt in Willehalms Dienste und trägt in der zweiten Schlacht mit gewaltigen Keulenschlägen entscheidend zum Sieg der Christen bei.
Dieses große Thema mittelhochdeutscher Dichtung, der Kampf zwischen Christen und Heiden, wird zwar im Willehalm im Sinne der Kreuzzugsideologie als Kampf zwischen Gottes- und Teufelsreich aufgenommen, zugleich durchbricht Wolfram aber dieses Denkschema. Erstmals besitzen die Heiden eine eigene religiös-ethische Bindung als ebenfalls von Gott geschaffene Geschöpfe, ihnen wird Ebenbürtigkeit mit den Christen zugestanden. Eng verknüpft mit klassischen Elementen höfischer Minne – dem Werben um die Gunst des angebeteten Edelfräuleins – entsteht so ein faszinierendes Bild des höfischen Lebens in mittelhochdeutscher Sprache.

 

 

 

 

117 goldene Miniaturen

Unsere Handschrift ist die wohl schönste Version des Willehalm. Die Wirkung verdankt sie eindeutig ihrem Buchschmuck: Unzählige farbige Initialen, 22 Prachtinitialen und nicht weniger als 117 Miniaturen veranschaulichen den spannenden Inhalt des Epos und führen gleichzeitig in die faszinierende Welt höfischer Minne ein.

 

 

 

 

Die Faksimile-Ausgabe

Alle 702 Seiten der Handschrift im Format von 31 x 22 cm werden mit den 117 Miniaturen und den unzähligen Initialen originalgetreu wiedergegeben. Der Einband besteht aus echtem Leder mit Blindprägung. Der Kommentarband erläutert ausführlich den Inhalt der Handschrift, die Geschichte ihres Helden sowie alle ihre Miniaturen.